Autoüberführungen - Foto4Sale-2

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Autoüberführungen

Reportagen
Autoüberführungen direkt...

Wissenswertes von Auftraggebern und Dienstleistern


Fahrer für Autoüberführungen gesucht....

Abzocke von Rentnern, Hartz4-Empfängern und unerfahrenen jungen Leuten ???

Alles begann mit einer Anzeige bei Stellenangeboten in einem der
Anzeigenblätter die man wöchentlich unaufgefordert kostenlos im
Briefkasten findet.

>> Fahrer für KFZ-Überführungen gesucht auf 450€ Basis.
Bei Eignung Teilzeit möglich.  <<

Es folgte eine Handynummer die mich dann nach einem kurzen
Telefonat und einer schriftlichen Bewerbung zum Erfolg führte...
ich hatte den Job.

 Ich freute mich darauf auch mal Autos fahren zu können die ich
sonst höchstens zu sehen bekomme... das für 10,00 € / Stunde.
Anfangs wurden wir Fahrer noch mit einem firmeneigenen
Shuttlebus zu den Aufträgen gebracht und am Ziel abgeholt.
Die Arbeitszeiten lagen jedoch da schon oft bei 12 Stunden je
Tag und mehr. Morgens um 7:00 Uhr Treffpunkt Discounter-
Parkplatz und abends nicht selten zwischen 20:00 und 02:00 Uhr
wieder zurück... Feierabend. Nächster Morgen um 08:00 Uhr
wieder weiter. Die Aufgabe ist bei Autovermietungen Fahrzeuge
abzuholen, den Zustand des zu übernehmenden Fahrzeuges zu
protokollieren und dies dann zum Aufkäufer zu überführen. Nicht
selten kommt es durch stundenlange Staus auf der Autobahn zu
Verzögerungen die eine Abgabe am Abholtag, die Auftrags-
bestandteil ist, nicht mehr möglich machen da die Fahrer nicht
mehr fahren können. Da wurden die Fahrzeuge vertragswidrig
schon mal auf dem öffentlichen Parkplatz beim Discounter
zwischen geparkt.

Nun, der Monat war rum und Chefe musste fest stellen dass in der
Kalkulation 1 + 1 nicht 3 ergibt.

Ich selber fuhr immer mehr den Shuttlebus, nicht selten über 14
Stunden am Tag. Im 2. Monat ging es gerade so weiter aber mit
der Ankündigung dass sich bei der Bezahlung was ändert.
Dies wurde nur noch hinaus gezögert weil einige Fahrer meuterten
und für das Geld nicht mehr fahren  wollten. Letztlich jedoch
setzte sich 4 Wochen später, die Kalkulation stimmte immer noch
nicht, der " Chefe " durch. Wer nicht einverstanden war musste gehen.

Um das zu vertsehen muss man folgendes wissen:

Die Fahrten werden in einem Portal angeboten wo die
Autovermietungen ect. die Fahrten einstellen mit Start - Ziel - und
Kilometerangabe. Ferner das Abholdatum mit Abholuhrzeit und
Vorgabe der Abgabezeit am Zielort. Dazu ein Preis, der offen ist
und auf den die Dienstleister bieten können. Allerdings geht die
Auktion nach unten... wer macht für die Fahrt das günstigste
Angebot ? Der Günstigste bekommt in der Regel den Zuschlag.

Beispiel:

1 Fahrt von einer Autovermietung von Karlsruhe zum Aufkäufer nach
Kippenheim / Lahr = runde 100 Km  ausgeschrieben für 55,00 €.
Fahrzeit ( ohne Stau ) incl. Fahrzeugübernahme etwa 75 Minuten.
Der günstigste Bieter bekommt die Fahrt für 40,00 €. Davon bekommt
er abgezogen... 5 % für Versicherung mit 1000,00 € SB und 15 %
Provision für das Auftragsportal, welches nur für registrierte Member
zugänglich ist.

Verbleiben unter dem Strich brutto 32,00 €.

Anfahrt und Rückfahrt kosten allein mit dem Baden-Würtemberg Ticket
( keine ICE-Nutzung ) schon fast 20,00 € = Rest 12,00 €
Will ich die 3 KM in Kippenheim zum Bahnhof Lahr nicht laufen....
Taxi für runde 10,00 € = Rest 2,00 €

Bleibt ein Bruttoverdienst von sage und schreibe 2,00 €

Wer arbeitet heute für das Geld wenn er für den Auftrag mind. rund
4 Stunden unterwegs ist... für 2,00 € ???

Habe ich dann noch Personal auf 450 € Basis und der Fahrer bekommt
dann für den Auftrag nur 10,00 €... habe ich 8,00 € Verlust gemacht.

Jetzt kommen ganz schlaue auf die Idee und übernehmen 1 Fahrzeug,
fahren um die Ecke und laden 4 weitere Fahrer zu um die Fahrer auf
andere Aufträge zu verteilen ( vertragswidrig ). Das spart Anreisekosten,
jedoch wenn was passiert gibt es versicherungstechnisch ein Problem.
Außer dem ist es ein Betrug weil die unerlaubte Nutzung mehr
Fahrtkilometer mit sich bringt und weil nicht hinzu getankt wird entsteht
dem Auftragnehmer ein widerrechtlicher geldwerter Vorteil.
Nicht selten wird das mit der Rückholung von Leasingfahrzeugen
( etwas bessere Marge ) verbunden, wo dann die Fahrer wieder
einsammelt und im Extremfall sogar auf weitere Aufträge verteilt werden.

Letztlich gibt es hier nur Verlierer. Mitarbeiter die ihrem Lohn vergeblich
nachlaufen und ihn, wenn überhaupt, nur selten nach einem Recchtsstreit
bekommen.

Unterehmer, die einen solchen Betrieb aufbauen wollen und scheitern
weil sie vergessen haben sich vorher schlau zu machen und vor allen
Dingen nicht oder verkehrt rechnen.

Die Gewinner sind die Unternehmen, die dies System betreiben. Sie haben
einen guten Schnitt gemacht mit dem Verkauf der Aufträge... egal zu
welchem Preis der Auftrag weg geht.

Hier macht sprichwörtlich " viel Kleinvieh einen großen Haufen Mist. "
Aber es stehen jeden Morgen genügend Dumme auf
die das ausbeuterische System am Leben erhalten...

Fazit:

Wer alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muss,
die eine oder andere Taxifahrt in Anspruch nimmt....
wird bei derzeitiger Verkehslage nicht mal auf den
Mindestlohn / Stunde kommen.
Selbst eine Bahncard 100 ( 4900 € / Jahr ) erfordert monatlich
mindestens 10 - 12 Aufträge / Woche bis die Kosten eingefahren sind.
Ein realistischer Stundensatz von 9 - 10 € netto / Auftrag für den
tatsächlichen Zeitaufwand je Auftrag ist eher sehr selten bis nie
zu erreichen. Ist noch eine Firma zwischen drin, die ja auch was
verdienen muß, schon eher nie erreichbar. Wenn ich da im
Supermarkt Regale auffülle hab ich weniger Kosten und
effektiv mehr verdient.


Autor: J.A.S.



 
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